Bericht zu „Tag der Muttersprache“ v. 22.02.2019 im Clubraum Triesen

Referent: Emanuel Nay, Gebärdensprachlehrer u. Fachlehrer bei SEK 3 Zürich, Gehörlos

Was bedeutet „Muttersprache“? Ist das die Sprache meiner Eltern? Die Sprache, die ich in der Schule anwende? Oder ist es die Sprache, in der ich kommuniziere?
Diese Frage hat Emanuel Nay, gehörloser Gebärdensprachlehrer und Fachlehrer in Zürich, den interessierten Teilnehmern beantwortet.

Aber zuerst haben sich alle die Frage gegenseitig gestellt:
Was ist Deine Muttersprache?
Die Antworten waren unterschiedlich. Manche antworteten, es ist deutsch. Manche antworteten, es ist Gebärdensprache. Es war nicht einfach und nicht klar für Gehörlose, was mit „Muttersprache“ gemeint ist. Auch drei hörende Interessierte waren gekommen, für sie war die Antwort einfacher.

Emanuel hat mit seiner Powerpoint-Präsentation das Thema „Muttersprache“ sehr gut erklärt.
Die bekannte Definition ist:
Muttersprache = Sprache, die ich zuerst kann, die ich schon als Kind benütze.
Aber es gibt auch eine andere Erklärung:
Muttersprache = Sprache, die ich am meisten benütze.

Deshalb war danach die Antwort von den gehörlosen Teilnehmern:
Meine Muttersprache ist die Gebärdensprache!

Der 21. Februar ist der Tag der Muttersprache.
Übrigens: Chinesisch ist die häufigste Muttersprache der Welt, auf Platz zwei ist die spanische Sprache. Und viele, viele Sprachen sind sogar vom Aussterben bedroht, da sie nur wenige Menschen kennen.

Alle Anwesenden möchten gerne jedes Jahr im Februar diesen Gedankenaustausch machen. Es ist sehr spannend, darüber zu diskutieren.

Bericht: Gisela

Foto: Ramona Marxer

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