Kurzbericht v. 27.2.2106: Leben und Kultur in Eritrea (Nordostafrika) – Vortrag und anschliessend Verkostung von eritreischen Essenspezialitäten

Hadish seinen Bruder

Als Organisatorin war ich angenehm überrascht, dass sich gleich nach Bekanntgabe des Termins schon viele Interessierte angemeldet haben. Am Tag der Veranstaltung war es für unsere eritreischen Gäste und mich eine grosse Freude, mehr als 35 Besucher am Nachmittag begrüssen zu dürfen.

Zu unserer Veranstaltung kam der gehörlose Eritreer Hadish in seinem weissen Sonntagsanzug mit blauer Stickerei. In Gebärdensprache präsentierte er Spannendes und auch Trauriges über das Leben und die Kultur in Eritrea. Zuerst stellte er sich selbst vor und erzählte aus seinem Leben, Hadish hat in seinem Land gehörlose Kinder unterrichtet und war Geschäftsführer des eritreischen Gehörlosenbund. Danach folgten viele Einblicke zum komplexen Thema seiner Landesgeschichte. Hadish erklärte uns die Geografie seines Landes, die vielen Volksgruppen und Religionen und die schwierigen politischen Verhältnisse. Ganz fasziniert haben wir die verschiedenen Begrüssungen kennengelernt und erfahren, dass es 10 Sprachen und Dialekte gibt.

Die Gäste waren bunt gemischt von Jung bis Alt,  bekannte und neue Gesichter aus Liechtenstein, Vorarlberg und der Schweiz und sogar aus Südtirol/Italien schauten dem Referat begeistert zu. Für uns alle besonders nett war, dass wir auch den jüngeren Bruder von Hadish, Wegihu, kennenlernen durften. Auch hat Hadish in seinem Vortrag viele Fotos und Bilder gezeigt. Viele Fragen wurden gestellt und Hadish ist auf alle Fragen eingegangen und hat uns alles gerne verständlich gemacht.  Meine Frage an Hadish war, ob er wieder nach Eritrea zurückgehen möchte, wenn die Situation dort wieder besser ist. Hadish antwortete, dass er sehr gerne in sein Heimatland zurückkehren möchte und er hat die grosse Hoffnung, dass sich die politischen Verhältnisse bessern.

Hadish hatte nicht nur seinen Bruder mitgebracht, auch ein Kollege (Richardo) war dabei, sie haben vorher zuhause zusammen mit zwei Frauen vorgekocht. Und während des Vortrags trafen die beiden in der Küche die letzten Vorbereitungen für das Essen. Die guten Düfte aus der Küche zeigten uns, dass Hadish uns schon zwei Stunden von seinem Land erzählt hat und wir kaum bemerkt haben, wie schnell die Zeit vergangen ist! Am Buffet gab es verschiedenes warmes Essen. Alle hatten wir Appetit und waren neugierig auf diese eritreischen Essenspezialitäten. Für uns ganz neu: Essen ohne Besteck, nur mit der rechten Hand – so wird z.B. Reis und Gemüse auf eine Art Fladen geschoben. Das Essen war ausgezeichnet, perfekt gewürzt und wie in einem eritreischen Restaurant.

Ich schlug vor, dass alle Clubraum-Besucher etwas Geld spenden als Zeichen ihres Dankes für das grossartige Kochteam und die vielen verschiedenen Köstlichkeiten, die wir probieren durften. Viele sind bis 22 Uhr geblieben und genossen diese Veranstaltung sehr. Es hat vielen Gästen sehr gut gefallen. Beim Verlassen haben einige Hadish herzlich gedankt für seinen interessanten, erstaunlichen Vortrag. Es war wirklich eine erfolgreiche und schöne Veranstaltung! Wir haben spannende Einblicke in die vielfältige Kultur und Lebensweise seines Landes erhalten und können nun ein bisschen besser verstehen, was dort in Eritrea geschieht.

Eure GROSSE GELDSPENDE von euch, liebe Mitglieder und Gäste, hat unsere Besucher besonders gefreut - nochmals herzlichen Dank für eure Spende an das Koch-Team!

Bericht: Jutta Gstrein
Fotos:  Berny Arpagaus und Rita Schwyter

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